Ferienjobs: Was man beachten muss PDF Drucken
Erste Ausflüge in die Arbeitswelt sind ab 14 Jahren möglich – allerdings nur mit Einschränkungen. Die wichtigsten Tipps für den Job in den Ferien.
Die Sommerferien stehen unmittelbar vor der Tür und für viele Schüler beginnt damit die Zeit der Ferialjobs. Sie helfen, das Taschengeld aufzubessern und gewähren frühzeitig Einblicke in die Arbeitswelt.

Es gibt ein breites Spektrum an Ferienjobs in den unterschiedlichen Branchen und mit verschiedensten Aufgaben, aber nicht jeder Schüler darf jede Tätigkeit ausüben. Das Kinder- und Jugendlichenbeschäftigungsgesetz regelt, unter welchen Bedingungen Kinder und Jugendliche arbeiten dürfen.

Das Jugendarbeitsschutzgesetz verbietet Kindern bis zur Vollendung des 13. Lebensjahres generell, eine Arbeit aufzunehmen. Danach dürfen sie in den außerhalb der für den Schulbesuch vorgesehenen Stunden beschäftigt werden – allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Erste Ausflüge in die Arbeitswelt mit 14 
So ist mit 14 Jahren etwa die Arbeit im familieneigenen Betrieb unter Aufsicht möglich. Ebenso sind Arbeiten im Privathaushalt, Botengänge und vereinzelte Tätigkeiten auf Sport- und Spielplätzen möglich.

Die gewerkschaftlich erstrittenen Regeln machen es jungen Menschen mit 14 Jahren aber unmöglich in Österreich, in einem gewerblichen Dienstverhältnis einer regulären Arbeit nachzugehen. Erste Erfahrungen in der Arbeitswelt sind daher nur beim „Blumenpflücken“, dem „Sammeln von Tennisbällen“ und Laufburschendiensten möglich. 

In jedem Fall müssen aber die Eltern zustimmen. An Sonn- und Feiertagen oder nach 18 Uhr darf ein 14-Jähriger nicht mehr – auch einer leichten Arbeit nicht – nachgehen.  

Richtig jobben in der Firma ab 15
Für Jugendliche, also 15- bis 17-Jährige, gibt es beim Jobben in den Ferien weniger Einschränkungen. Aber auch hier sind einige Regeln zu beachten: Wenn Jugendliche noch schulpflichtig sind, dann dürfen sie nicht länger als vier Wochen pro Jahr in den Ferien jobben. 

Wichtig: Für Jugendliche ist schwere körperliche oder gefährliche Arbeit nicht erlaubt. Dazu zählen das Tragen von schweren Gegenständen, das Hantieren mit Chemikalien oder Akkordarbeit. Die Arbeitszeit von acht Stunden am Tag und 40 Stunden pro Woche darf nicht überschritten werden, auch nicht der Arbeitszeitraum zwischen 6 bis 20 Uhr. 

Allerdings gibt es auch hier Ausnahmen, wenn der Schüler bereits 16 Jahre alt ist. Dann darf er oder sie im Gaststättengewerbe bis 22 Uhr und in mehrschichtigen Betrieben bis 23 Uhr arbeiten. Wochenendarbeit ist ebenfalls tabu – außer zum Beispiel bei Sportveranstaltungen.

Tipps für den optimalen Ferienjob 
Arbeitgeber sind nicht nur verpflichtet, auf den Jugendschutz zu achten. Sie müssen Schüler für ihren Ferienjob auch über den Betrieb bei der Gebietskrankenkasse anmelden.

Ratsam ist auf jeden Fall ein schriftlicher Arbeitsvertrag, in dem die Tätigkeit, Beginn und Ende der Beschäftigung, Arbeitszeit sowie die Bezahlung genau festgelegt sind. Nach Aufnahme der Tätigkeit muss der Arbeitgeber dem Ferialjobber einen Dienstzettel aushändigen.

Bezahlt muss der Ferienjob mindestens nach Kollektivvertrag werden. Gibt es für eine Branche keinen, bildet das ortsübliche Entgelt die Grundnorm. 700 bis 1.000 Euro brutto sollte der Ferialjob also auf jeden Fall bringen.

Und selbst wenn nur für ein paar Wochen gearbeitet wird: Auch Ferialarbeiter haben einen anteiligen Urlaubsanspruch, je nach geleisteter Dienstzeit. Nach einem Monat sind das etwa zwei Tage. Wer die bezahlte Freizeit nicht konsumiert, kriegt am Ende Bares.

Vorsicht vor dem Kleingedruckten
Achtung vor Kleingedrucktem: Dort sind mitunter Verzichtserklärungen zu finden. Wer voreilig unterschreibt, könnte zum Beispiel um das Geld für geleistete Überstunden umfallen.

Wer über das Jahr gerechnet weniger als 11.000 Euro verdient, ist nicht lohnsteuerpflichtig. Wurde dennoch Lohnsteuer abgezogen, können sich Ferialarbeiter diese mit dem Lohnsteuerausgleich innerhalb der nächsten fünf Jahre vom Finanzamt zurückholen.